Informationen zu Sentinel

Mit Eintritt in die operationelle Phase des ersten Satelliten im Copernicus-Programm, dem Sentinel-1 (Radar), stehen die Daten nun über den Data Hub der ESA kostenfrei zum Download bereit. Für den Zugriff ist lediglich eine kurze Registrierung notwendig.

Zum Einlesen, Verarbeiten, Visualisieren und Analysieren der Daten wurde die Sentinel-1 Toolbox kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Software soll auch Daten anderer Radarmissionen (wie ERS, ENVISAT, TerraSAR-X) unterstützen. Auch für die folgenden Copernicus-Missionen Sentinel-2 und -3 wird es entsprechende kostenfreie Toolboxen geben.

Privilegierter Zugang zu den Daten (also ohne Einschränkungen bzgl. Zugriffsgeschwindigkeit und Datenverfügbarkeit) wird nur über die Copernicus-Kerndienste möglich sein (http://www.d-gmes.de/copernicus-kerndienste). Für Behörden wird ein Zugang zu den Copernicus-Daten später auch über die GDI-DE möglich sein.

 

  Mode Incidence angle Resolution Swath width Polarization
  Stripmap20 - 455 x 5 m80 kmHH+HV, VH+VV, HH, VV
  Interfer. wide swath29 - 465 x 20 m250 kmHH+HV, VH+VV, HH, VV 
  Extra wide swath19 - 4720 x 40 m400 km HH+HV, VH+VV, HH, VV
  Wave22 - 35
35 - 38
5 x 5 m20 x 20 km HH, VV

Dokumente zum Download:
Abstract zum Paper über die Sentinel-1-Toolbox
Terms and Conditions for use and distribution of Sentinel data
Pressemitteilung DLR zur Verabreitung erster Sentinel-1-Daten

 

Weitere Informationen zu Sentinel-1

(aus DLR-Veröffentlichungen)

… Deutlich verbessert hat sich auch die so genannte Wiederholrate: Benötigte der Umweltsatellit Envisat noch 35 Tage, bis er jeden Punkt der Erde einmal überflogen hatte, sind es bei Sentinel-1A nur noch zwölf Tage. Mit seinem baugleichen Zwillingssatelliten Sentinel-1B, der 2015 starten soll, reduziert sich diese Rate auf sechs Tage. Dadurch ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten, etwa bei der Dokumentation von Ölverschmutzungen auf den Weltmeeren oder von Bodenbewegungen wie bei Bergbaufolgen oder Erdbeben.

… Gemeinsam unterstützen die beiden Satelliten außerdem Anwendungen bei der Überwachung von Landoberflächen, der Meeresumwelt und des Schiffsverkehrs sowie den so genannten Eisdienst in nordeuropäischen und polaren Gewässern. Jeder der beiden Satelliten soll mindestens sieben Jahre lang Daten liefern. Für den Betrieb ist das Europäische Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt verantwortlich.

… Das DLR plant den Aufbau komplementärer Kapazitäten zur Datenhaltung, -bereitstellung und –verarbeitung für Nutzer in Deutschland. Diese Maßnahmen werden vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur finanziert, um die Nutzung von Copernicus in Deutschland zu optimieren.

… Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR plant außerdem den direkten Empfang von Sentinel-Daten an seiner Bodenstation in Neustrelitz. Damit wird z.B. die aktuelle Schiffsüberwachung in der Nord- und Ostsee unterstützt. Dies wird im Rahmen einiger Forschungsprojekte des DFD genutzt, kann aber auch der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Schiffsverkehrs (EMSA) zugute kommen.