Seegangsmonitor

Ziel des Teilprojektes "Seegangsmonitor" ist die Entwicklung von Produkten auf Basis einer verbesserten Wellen- und Strömungsvorhersage für den Offshore- und Küstenbereich. Die Prognosen des zu entwickelnden gekoppelten Modells sollen regelmäßig an hochauflösenden Radarsatellitendaten validiert werden. Die Vorhersagen in Form von Karten, Zeitreihendarstellungen und Tabellen werden zweimal täglich aktualisiert. Die Validationsergebnisse werden veröffentlicht, sobald aktuelle Beobachtungsdaten verfügbar sind. Zu den Nutzern gehören Küstenschutz, Offshore-Industrie, Schifffahrt, Landes- und Bundesbehörden. Dienstleister ist der DWD, in dessen Zuständigkeitsbereich die Bereitstellung von Seegangsvorhersagen fällt.

Das Seegangsmodell in Entwicklung

Im Rahmen des Teilprojektes Seegangsmonitor entwickeln wir (DWD und BSH in Zusammenarbeit mit HZG) das hochauflösende Seegangsmodell CWAM für die deutschen Küstengewässer.
Für die Berechnung des Seegangs werden Vorhersagen von Wind, Strömungen und Wasserstandsänderungen berücksichtigt, wobei wir eine interaktive Kopplung zwischen Seegangs- und Strömungsmodell anstreben.
Bei einer räumlichen Auflösung von ca. 900 m reicht das Modellgebiet von 53,2292 bis 56,4458°N und von 6,1736 bis 14,9097°O.

Derzeit liefert das CWAM im Testbetrieb bereits eine Reihe von prognostizierten meteo-marinen Parametern. Wir laden Sie ein, live bei der Modellentwicklung dabei zu sein und sich die ersten Ergebnisse hier anzuschauen. Natürlich sind die gezeigten Modellergebnisse in der aktuellen Entwicklungsphase noch mit gewissen Unsicherheiten versehen. Um diese Unsicherheiten zu beseitigen, führen wir im Rahmen von DeMarine eine umfangreiche Validierung der Vorhersagen unter Nutzung von Bojen- und Satellitendaten durch, so dass wir die Güte der Vorhersagen im Verlaufe des Projektes werden bewerten können.

Schon jetzt jedoch zeigen sich signifikante Unterschiede zu konventionellen Modellen erwartungsgemäß besonders in den küstennahen Bereichen.

Zu den Seegangsvorhersagen

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Dr. Jens Kieser (Tel.: 069 8062 6192).

Hintergrund

Eine neue Generation von Radarsatelliten (TerraSAR-X) ermöglicht das flächendeckende Scannen des Seegangverhaltens eines Gebietes mit sehr hoher Auflösung (bis zu 1 m) und Qualität.

Unabhängig von Wetter, Wolkenbedeckung und Sonnenlicht können nun auch einzelne Wellen mit Wellenlängen von unter 30 m erfasst und die räumliche Variabilität des Seeganges, der Refraktion, von Brandung und Wellengruppen sowie Flachwassereffekte untersucht werden. Dies ermöglicht die Entwicklung von Algorithmen zur Berechnung hochaufgelöster Windfelder und integrierter Seegangsparameter selbst im kleinskaligen Küstenbereich.

Dies machen wir uns im Rahmen von DeMarine-2 zu Nutze – Neben der Entwicklung eines hochauflösenden operationellen Küstenmodells für den Bereich der deutschen Nord- und Ostseeküste, welches auch die Variabilität und Wechselwirkungen von und zwischen Strömungen, Seegang und Wasserstand im Laufe der Gezeiten berücksichtigt, nutzen wir aus TerraSAR-X-Szenen abgeleitete flächendeckende meteo-marine Parameter, um die Modellergebnisse zu validieren.