Im Teilprojekt SAMOWatt (Satellitendaten für ein Monitoring im Wattenmeer) werden optische Daten, Radardaten, Monitoringdaten und in-situ-Daten kombiniert, um verschiedene Anforderungen zu bedienen, wie z.B. den ökologischen Zustand des Wattenmeeres einzuschätzen und zu überwachen. Hierfür werden verschiedene Produkte entwickelt, die unter anderem für das Berichtswesen der Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL), der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), sowie der Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien (NATURA 2000) verwendet werden können.

Motivation

Das Wattenmeer an den Küsten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks ist das größte zusammenhängende Wattgebiet der Welt. Der deutsche Teil ist durch die drei Nationalparks Niedersächsisches, Hamburgisches, und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer geschützt. Seine Überwachung – sowohl im überfluteten wie im trocken gefallenen Zustand – ist durch die Meeresstrategie-, die Wasserrahmen-, und die FFH- und Vogelschutz-Richtlinien europaweit sowie auf Ebene der Wattenmeeranrainerstaaten (NL, DK, DE) durch das Trilaterale Abkommen zum Schutz des Wattenmeeres (TWSC) festgelegt. Das SAMOWatt-Projekt soll dazu beitragen, dass die entsprechenden Berichtspflichten  besser und effektiver erfüllt werden können.

Ziele

Das Vorhaben hat zum Ziel, ein synergistisches Klassifikationsverfahren für Wattenmeeroberflächen zu entwickeln, in dem multispektrale optische Satellitendaten mit Radardaten, in-situ-Daten und vorhandenen Hintergrundinformationen miteinander kombiniert werden. Die Ergebnisse sollen in das laufende Wattenmeermonitoring integriert werden.

Folgende Aspekte sind Teilziele des Vorhabens:

  • Optimierung des laufenden Wattenmeermonitorings
  • Integration der Daten von neuen und zukünftigen nationalen und internationalen Fernerkundungssensoren in die bestehenden Verfahren
  • Anwendung bereits entwickelter Klassifizierungsverfahren für optische Fernerkundungsdaten (z. B. linear spektrale Entmischung) auf weitere optische Sensoren  mit unterschiedlicher räumlicher und spektraler Auflösung
  • Weiterentwicklung der Analyseverfahren in Bezug auf Radardaten sowie deren Integration in das bestehende Klassifikationsverfahren
  • Erweiterung des Klassifikationsverfahrens um zusätzliche Eingangsinformationen (z. B. einem digitalen Höhenmodell,  Wahrscheinlichkeitskarten)
  • Aufbau eines pre-operationellen Services für das Wattenmeer

Im Rahmen des Klassifikationsverfahrens werden verschiedene thematische Karten erstellt, als Beispiele seien Klassifikationen von Wattoberflächen sowie Karten über die Verbreitung und Dynamik von Sedimenten genannt. Diese Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit potenziellen Nutzern dieser Produkte entwickelt.