Ziel

Das Ziel der Wattkartierungen ist es, in-situ-Daten in unterschiedlich ausgestatteten Wattbereichen zu erheben. Anhand dieser Daten kann festgestellt werden, welche Habitate es im Wattenmeer gibt und durch welche Parameterwerte die jeweiligen Habitate gekennzeichnet sind. Diese Informationen werden benötigt, um die Bildsignale von den Satelliten korrekt interpretieren zu können. Zudem werden die in-situ-Daten für die Validierung der erstellten Klassifikationen und Produkte genutzt.

 

Untersuchungsgebiete

Die Wattkartierungen finden in bestimmten Untersuchungsgebieten sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Niedersachsen statt. In Schleswig-Holstein gehören das Halligenwatt Nordfrieslands und Blauort im Wesselburener Watt vor der Küste Dithmarschens zu den Untersuchungsgebieten. In Niedersachsen finden Kartierungen im Rückseitenwatt der Insel Norderney und im Jadebusen statt.

Damit sind zum einen die Testgebiete aus dem Vorgängervorhaben DeMarine Umwelt weiterhin Bestandteil der Geländearbeiten, um in bekannten Wattgebieten weitere Klassifikationen verifizieren zu können und die begonnenen Zeitreihen fortzuführen. Zum anderen werden aktuell gezielt Gebiete aufgesucht, die eine hohe Variabilität aufweisen, um den Einfluss der Variabilität auf die Ergebnisse bewerten zu können.

 

Datenerhebung

Die Erhebung der in-situ-Daten erfolgt nach standardisierter Vorgehensweise und mit einem im Vorgängerprojekt entwickelten Protokoll. Dieses Protokoll enthält ca. 85 Parameter, die für jeden Kartierungspunkt erhoben werden. Als Beispiele seien hier genannt die Wasserbedeckung auf dem Wattboden, vorhandene Pflanzen und Tiere sowie Oberflächenstrukturen. Zusätzlich zu den Parametern wird natürlich der exakte Standort der Kartierung mittels GPS erfasst. An ausgewählten Standorten werden zusätzlich Sedimentproben entnommen, die einer mineralogischen und sedimentologischen Analyse unterzogen werden. Hierbei wird u. a. die Korngrößenverteilung ermittelt, um die exakte Zusammensetzung des Sediments zu bestimmen. Um den Einfluss des Wassergehaltes im Sediment auf die Bildsignale beurteilen zu können, wird bei einem Teil der Sedimentproben auch der Wassergehalt bestimmt.

 

   
 Kartierung bei Stenodde, Amrum. Bestimmung der Farbe des Sediments bei einer Kartierung bei Vollerviek.